Geschäftskunden · Industrie
Bei hohem Verbrauch zählt mehr als der Arbeitspreis.
Ab rund 100.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch wird über eine registrierende Leistungsmessung abgerechnet. Dann bestimmen Lastgang, Jahresbenutzungsdauer, Preisbindung und Beschaffungszeitpunkt die Kosten stärker als der Arbeitspreis. Ich prüfe bestehende Verträge, mehrere Lieferstellen und die Frage, wann eine neue Preisabsicherung wirtschaftlich sinnvoll ist.
Bei Betrieben mit höherem Energiebedarf geht es nicht um einen schnellen Tarifvergleich. Kleine Unterschiede bei Laufzeit, Preisfixierung oder Beschaffungszeitpunkt summieren sich über mehrere Jahre zu Beträgen, die keine Verhandlung über den Arbeitspreis wieder hereinholt. Dazu kommen Positionen auf der Netzrechnung, die selten jemand liest.
Unterlagen zur Prüfung senden| SLP | RLM | |
|---|---|---|
| Bedeutung | Standardlastprofil | Registrierende Leistungsmessung |
| Ab wann | unterhalb von rund 100.000 kWh im Jahr | ab rund 100.000 kWh im Jahr |
| Messung | Der Verbrauch wird über ein standardisiertes Profil abgebildet, der tatsächliche Verlauf wird nicht gemessen. | Der Verbrauch wird laufend gemessen und viertelstundengenau aufgezeichnet. |
| Was den Preis bestimmt | Arbeitspreis und Grundpreis | Arbeitspreis, Leistungspreis und der Verlauf deines Verbrauchs über das Jahr |
| Worauf es im Vertrag ankommt | Laufzeit, Preisgarantie, Kündigungsfrist | zusätzlich Lastspitzen, Preisfixierung, Beschaffungsmodell |
Stand: 2026. Die genaue Schwelle und der Zeitpunkt der Umstellung liegen beim Netzbetreiber.
Bei einer RLM-Abnahmestelle zahlst du nicht nur für die Menge, sondern auch für die höchste Leistung, die du im Abrechnungszeitraum abgerufen hast. Eine einzige Viertelstunde im Jahr kann deshalb den Leistungspreis für zwölf Monate bestimmen.
Teile deinen Jahresverbrauch durch deine Jahreshöchstlast, dann bekommst du die Jahresbenutzungsdauer in Stunden. Der Wert entscheidet mit darüber, nach welchem Preisblatt der Netzbetreiber abrechnet, denn ober- und unterhalb von 2.500 Stunden gelten unterschiedliche Sätze. Ein Betrieb mit gleichmäßiger Grundlast steht dabei deutlich anders da als einer mit wenigen kurzen Spitzen.
Wenn du deinen Lastgang hast, schaue ich mir diesen Wert als Erstes an. Wenn nicht, bekommst du ihn auf Anfrage von deinem Netzbetreiber.
Blindarbeit
Auf vielen RLM-Rechnungen taucht eine Position für Blindarbeit auf. Sie wird berechnet, wenn der Blindstrombezug mehr als 50 Prozent der Wirkarbeit ausmacht, das entspricht einem Leistungsfaktor von 0,90. Ausgelöst wird das häufig von Motoren, Pumpen oder älteren Leuchtstoffanlagen. Die Beträge sind einzeln klein und laufen jahrelang mit. Die technische Lösung ist eine Kompensationsanlage, dafür ist dein Elektrobetrieb zuständig. Ich sage dir, ob die Position auf deiner Rechnung überhaupt auftaucht und in welcher Größenordnung.
Atypische Netznutzung
Wer seine Höchstlast planbar außerhalb der vom Netzbetreiber festgelegten Hochlastzeitfenster abruft, kann nach § 19 Absatz 2 der Stromnetzentgeltverordnung ein individuelles Netzentgelt vereinbaren. Das setzt voraus, dass sich der Lastverlauf tatsächlich verschieben lässt, etwa über Schichtplanung oder Speicher. Ob das für deinen Betrieb realistisch ist, sieht man am Lastgang.
Mehrere Lieferstellen
Sobald mehrere Abnahmestellen im Spiel sind, laufen Laufzeiten und Fristen fast immer auseinander. Damit verlierst du das Mengenargument in der Verhandlung und verpasst regelmäßig Kündigungstermine. Der erste Schritt ist eine Übersicht, nicht ein Angebot.
Bei größeren Mengen wird der Preis nicht abgerufen, sondern eingekauft. Wer die gesamte Menge an einem einzigen Tag fixiert, macht das Ergebnis von genau diesem Tag abhängig. Wird die Menge auf mehrere Zeitpunkte verteilt, streut sich dieses Risiko, dafür gibt man die Chance auf den einen guten Tag ab.
| Modell | Wofür es passt |
|---|---|
| Festpreis für die gesamte Laufzeit | Planungssicherheit steht über allem, der Preis wird einmal fixiert und gilt. |
| Beschaffung in mehreren Schritten | Die Menge wird über einen Zeitraum verteilt eingekauft, das glättet Ausschläge nach oben wie nach unten. |
| Preis mit Marktbezug | Ein Teil des Preises bleibt beweglich. Setzt voraus, dass der Betrieb Schwankungen tragen kann und will. |
Welches Modell passt, hängt von Verbrauch, Vertragsstruktur und davon ab, wie viel Schwankung dein Unternehmen aushält. Das entscheide ich nicht für dich, ich lege dir die Konsequenzen offen und du entscheidest.
Ich prüfe Verträge, Rechnungen und Konditionen und begleite die Beschaffung. Was ich nicht mache, sage ich genauso deutlich. Ich baue keine Kompensationsanlagen, ich betreibe kein Lastmanagement und ich übernehme kein Energiemanagementsystem nach ISO 50001. Dafür brauchst du deinen Elektrobetrieb oder ein spezialisiertes Ingenieurbüro. Wenn im Lastgang etwas auffällt, das in diese Richtung geht, sage ich es dir und du weißt, wen du fragen musst.
Nicht jeder Vertrag muss sofort geändert werden. Manchmal ist ein neuer Preis sinnvoll. Manchmal ist es wirtschaftlich klüger zu warten. Und manchmal ist der bestehende Vertrag besser, als er auf den ersten Blick wirkt. Ich prüfe nachvollziehbar und sage dir, welche Entscheidung für dein Unternehmen wirtschaftlich tragfähig ist.
Vertrag, Jahresrechnung und die Netzrechnung. Wenn du den Lastgang bekommst, ist das ideal, notwendig ist er für einen ersten Blick aber nicht.
Auf Anfrage vom Netzbetreiber oder über dein Messstellenbetreiberportal. Ich sage dir, wen du konkret anschreiben musst.
Sobald mehrere Lieferstellen im Spiel sind oder der Vertrag in den nächsten zwölf Monaten ausläuft. Kündigungsfristen von drei bis sechs Monaten sind im Gewerbe die Regel.
Ja. Ich prüfe die kaufmännische Seite, technische Maßnahmen bleiben bei euren Fachleuten. Das lässt sich gut nebeneinander betreiben.
Nichts. Bei einer erfolgreichen Vermittlung kann ich vom Anbieter eine Vergütung erhalten. Für dich entstehen keine separaten Beratungskosten.
Vertrag, Jahresrechnung und Netzrechnung reichen für einen ersten Blick. Bei mehreren Abnahmestellen erstelle ich zuerst eine Übersicht mit Fristen, bevor irgendetwas verhandelt wird.
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